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Island#1 im Frühjahr 2016.

Von kleineren Ausflügen und Reisevorbereitungen habt Ihr ja alle hier schon in dem einen oder anderen Blogbeitrag lesen können. Damit ist jetzt Schluß. Jetzt geht es mal auf den ersten richtigen Ausflug. Island in zwei Etappen: zwei Wochen in den Osterferien und dann nochmal drei Wochen in den Sommerferien.

Die erste Etappe ging dann am 18. März direkt nach der Schule los. Gut, das Frederike´s Lehrer ihre Unpässlichkeiten dann gemeinsam auf den letzten Schultag gelegt hatten, so konnten wir dann doch früher los. Das kam uns zu Gute, denn ein dienstliches Telefonat hatte uns am Donnerstag Abend eher zufällig zu einem spontanen Treffen und einer sehr netten Begegnung im Osten von Flensburg, genauer gesagt Quern, geführt. Unser Frühjahr-Gastkind Malte war auch pünktlich und so ging es dann in den beliebten Freitagsnachmittagsferienbeginnverkehr. Aber halb so wild, nachdem wir aus der (neudeutsch) Metropolregion Ruhr heraus waren, hätten wir gut einen Tempomat bis Flensburg einschalten können. Nicht nur das gemeinsame Abendessen um 21:00 in Flensburg, sondern auch die freundliche Aufnahme in Quern am Kamin rundete dann schon mal den ersten, ereignisreichen Reisetag ab.

Am nächsten Morgen ging es dann nach ausgiebigem Frühstück gegen 9:00 weiter zur Fähre nach Hirtshals. Läuft. Zwischendurch nur ein wenig ernüchternd: Grenzkontrolle nach Dänemark. So haben wir uns Europa nicht vorgestellt. Es gibt Einiges zu tun am europäischen Projekt. Nach mehr als 900 km seit unserer Abfahrt in Mülheim Ankunft in Hirtshals  um 13:30. Pünktlich mit dem gewünschten Vorlauf. Einchecken, Ankunft auf der Fähre und Kabine beziehen. Abfahrt um 16:00 BORDZEIT (Heimathafen der Fähre sind die Färöer), also um 17:00. Rund 1.000 sm und eine ruhige Fahrt  mit einem ganzen See-(Sonn)tag und dem Zwischenstop am Montag Morgen auf den Färöer stand uns bevor (Anmerkung: Ja, Frederike und Malte. Das war trotz des einen oder anderen Gefühls am ersten Tag eine ruhige Überfahrt!).

Beim Zwischenstop in Tórshavn haben wir dann den Ort besichtigt und eine kleine Wanderung in die umliegenden Berge gemacht (nicht nur die Buslinie war übrigens kostenlos, sondern stand auch  allen Fahrgästen KOSTENLOSES WiFi zur Verfügung, daß ließ die Luftschnittstelle schon mal glühen). Nach der Abfahrt am Nachmittag lag dann die dritte Übernachtung und die Vorfreude auf rund 2.300 km Island vor uns.

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Am nächsten Morgen haben wir dann schon vor dem (übrigens exzellenten) Frühstücksbuffet die ersten Küstenabschnitte und schneebedeckten Berge von Island sehen können. Kaum angelegt, waren wir auch schon von der Fähre und die (doch sehr schlanken) Grenzformalitäten wurden erledigt. Vor dem Verlassen der Fähre hatten wir noch kurz Oli und seinen MAN Kat kennen gelernt und die Kontaktdaten ausgetauscht. Ihn sollten wir nämlich nach der Fahrt über den ersten teilverschneiten Pass von Fährhafen Seyðisfjörður nach Egilsstaðir wieder treffen.

In Egilsstaðir haben wir dann erstmal einen großen Schwung Lebensmittel eingekauft. Die 3 Kilo pro Person waren ja durch Tomatendosen, Nudeln und Miracoli aufgebraucht. Und im Supermarkt haben wir dann auch kurz Oli wieder getroffen, der schön öfter auf Island war und diesmal einmal rund fährt. So kamen wir auch auf die (gemeinsame) Idee, als erstes Dettifoss anzufahren und das mal nicht von der Westseite, sondern von Ostern her. Dieser Weg ist zwar nicht winteroffen, wir  wollten aber mal schauen und mit zwei Fahrzeugen ist man ja eher auf der sicheren Seite. Skip. Da wir etwas früher am Abzweig zum Dettifoss waren, haben wir uns dann schon mal alleine vorgewagt. An einem Sperrschild vorbeizufahren ist gar nicht so schwer. Nach ein paar Kilometern ging es dann aber nicht mehr vor und zurück. Angela hatte endlich ihr erstes Abenteuer und die Kinder haben unterschiedlich motiviert geschaufelt. Als Oli dann da war, kamen wir dann doch ohne Fremdhilfe wieder heraus und wir haben dann doch den konventionellen Weg nach Dettifoss vorgezogen. Unser erster Island-Wasserfall in einer kalten, schneebedeckten und windigen Landschaft beeindruckte. Wir haben dann direkt dort auch gemütlich übernachtet. Zelte aufgeschlagen haben Andere: Um 22:00 klopfte es dann und auf Deutsch wurden wir gefragt, ob die Standheizung im Fahrerhaus die ganze Nacht läuft. Vier in Finnland lebende Deutsche kamen nämlich wegen einer Straßenschließung nicht mehr weiter und schlugen dann spontan ihre ZELTE in Wind und Kälte am Dettifoss auf.

Am nächsten Morgen und nach ausgiebigeren Frühstück ging es dann bei immer besserem Wetter weiter nach Westen. Die heissen Quellen bei Hverarönd und die Mývatn Nature Baths waren das erste Ziel. Gerade die Bäder von Mývatn empfehlen sich gegenüber der doch „eher touristisch“ geprägten blauen Lagune im Südwesten. Weiter ging es durch die beeindruckende Landschaft um den Mývatn See zum nächsten Wasserfall: Godafoss. An diesem Tag sind wir dann noch bis auf die Ostseite des Eyjafjörður Fjord gefahren. Die gewählte Stellplatz mit Blick auf Fjörd und Akuray waren nicht nur für das Abendessen und das Frühstück „nett“, die Nacht an der Strasse und die Parkplatznähe erst spät ruhiger.

Der nordwestlichste Punkt unserer Reise war damit erreicht: am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück richtigen Ost und Nordost: Húsavík, dann weiter an der nördlichen Küste entlang, Þórshöfn, zuvor mit einem Zwischenstop an der hufeisenförmige Schlucht von Ásbyrgi. Die nächste Nacht direkt an einer stürmischen Küste: Meerblick, frisches Wasser und Natur inklusive an der Bakkaflói Bucht.

Der nächste Tag begrüßte uns dann zunächst mit bedecktem, windigen, regnerischen  und teilweise verschneitem Wetter. Er führte uns bei strahlendem Sonnenschein durch die schneebedeckte Hochebene südwestlich von Vopnafjörður. Der Zwischenstop hier, die heiße Suppe und das Toben im Schnee bleibt sicherlich nicht nur den Kindern in Erinnerung. Einen Rastplatz fanden wir dann am Weg zum Mjóifjörður Fjord. Der Weg dorthin war nach ca. 1/3 der Strecke gesperrt, wir fanden aber in der Nähe eines Bachlaufs zwischen schneebedeckten Bergen einen wunderschönen Stellplatz, der am nächsten Morgen noch mehr verschneit war.

Die Fahrt, die nun der Küstenlinien folgend, vor uns lag, war eine der für uns beeindruckendsten Landschaften unser ganzen Reise: Fjarðabyggð, Stöðvarfjörður, Djúpivogur. Gerade an der Küste entlang,  ergeben sich immer wieder Möglichkeiten, am Ufer des Fjord zu übernachten. Ideenspeicher für den Sommer. Genau wie unser Stellplatz am Berufjörður Fjord. Spannend wurde es erst in der Nacht: der Wind nahm dann doch stetig zur Sturmstärke zu und wir haben gelernt, den Camper richtig zum Wind auszurichten (Übrigens dabei nicht die Leiter vergessen 😉 ). Aber dabei auch gelernt, proaktiver auf die in Island wirklich exakten Wettervorhersagen  (sehr hilfreich bei Iceland Met Office) zu schauen und das dann bei der Stellplatzsuche einzubauen. Der nächste Sonnentag mit der Weiterfahrt über die beeindruckende Küstenstrasse entschädigten dann aber vollständig. Die Fahrt ging bis zum Jökulsárlón See samt zugehörigem Gletscher. Hier beschlossen wir, in der Nähe einen (diesmal geschützten) Stellplatz zu suchen. 10 min westlich fanden wir den und das mit Blick auf Berge, Meer und Bachlauf. So haben wir dann das Bergfest unserer Reise gefeiert.

Am nächsten Morgen (Ostersonntag und damit frohe, gesegnete Ostern) ging es pünktlich zu einer unserer ersten touristischen Aktivitäten: Ostersonntag diesmal in der Eishöhle. Der rund dreistündige Ausflug auf den Breiðamerkurjökull Gletscher und das „Krabbeln“ in einer doch angenehm temperierten Höhle war Klasse (einfach nicht über die Kosten nachdenken, muß man machen). Weiter ging es an diesem Tag dann noch bis Vik, der südlichsten Spitze Island´s, in der Mitte zwischen Ost und West. Zwischendurch haben wir bei Hoffell auch den ersten heissen Tip von hotpoticeland.com ausprobiert: Heisse Quellen und dies mal nicht in klassischen Schwimmbadform. Auf der Weiterfahrt haben wir dann auch innerhalb von zwei Stunden den Wechsel zwischen strahlend blauem Himmel mit Sonnenschein und Schnee mit schnell schneebedeckter und später vereister Strasse erlebt. Dafür waren wir in Vik in wirklich einem guten, unserem Eindruck nach landestypische Restaurant: Halldorskaffi (gern zu empfehlen). Übernachtet haben wir dann ausserhalb der Stadt: kalt, in der Nähe eines kleinen Wasserfalls,  aber schön windgeschützt und der war für die Nacht recht kräftig angesagt.

Am nächsten Morgen (es ist inzwischen der 28.März oder noch fünf Tage bis zum Rückflug) ging es dann weiter an der südlichen Küstenstrasse (Nr. 1s oder auch Ringstrasse genannt). Nach dem Besuch der Dyrhólaey Halbinsel mit schwarzem Steinstrand und Felssäulen wollten wir dann für die kleinen und großen Jungs das Wrack der 1974 notgelandeten DC-3 am schwarzen Strand besuchen. Leider war die Zufahrt gesperrt und die ca. 4 km lange Wanderung dorthin hielten uns dann doch davon ab. Wir verschieben es mal auf den Sommer. Der Tag führte uns dann noch bis Selfoss und die Abzweigung nach Norden mit einer Übernachtung in der Nähe von Fluß Sogið.

Der nächste Tag war durch die touristischen Ziele Strokkur Geyser und Gullfoss geprägt. Muß man halt gesehen haben. Zwischen den wirklich (trotz März) zahlreichen, weissen Bussen und den Besuchergruppen aus Spanien, USA und dem asiatischen Raum, fühlten wir uns nicht unbedingt wohl. War aber doch ok.  Heute hat Frederike bei Geysir Hestar doch noch ein obligatorisches Island-Pony bestiegen und einen Ausritt machen dürfen. Und dann noch einen weiteren Hotpot aus unserer Hitliste: Hrunalaug Wirklich einsam, idyllisch zwischen Bergen und wirklich warm! Der ereignisreiche Tag endete mit einer Übernachtung direkt an der Brücke am Fluß Ölfusá.

Der nächste Tag führte uns zu der, für Island geschichtsträchtigsten Stelle: Þingvellir, dem Ort der isländischen Demokratie, an dem um 930 die erste Volksversammlung stattfand und dies über rund 900 Jahre fortgeführt werden sollte. Ach ja, nebenbei ist hier auch eine Stelle, an dem die amerikanische mit der europäischen (Entschuldigung Justus), der eurasischen Kontinentalplatte aufeinander stossen und sich pro ja um rund einen Zentimeter wieder auseinander bewegen. Trotz kaltem Wind haben wir rund zwei Stunden das Gelände erkundet. Durch die Weitläufigkeit fallen Touristenströme zumindest im Frühjahr nicht wirklich auf.

Irgendwie fordern die erlebnisvollen letzten Tage dann doch ihren Tribut:  Wir bewegen uns Richtung Reykjavik. Vorher haben wir noch eine interessante Fahrt über die vereiste und vom Schnee zugewehte Hochebene runter zum Hvalfjörður Fjord und dann der Küste folgend Richtung Reykjavik vor uns. Nach einiger Suche und der doch wiedergefundenen Jacke unserer mitfahrenden weiblichen Jugendlichen bei KFC haben wir einen schönen Stellplatz direkt am Hafravatn See mit nur rund 30 Minuten Fahrzeit bis zum Alten Hafen in Reykjavik gefunden.

So stand der nächste Tag ganz im Zeichen des Besuches der Hauptstadt Reykjavik. Mit rund 120.000 Einwohner (ungefähr 1/3 der isländischen Gesamtbevölkerung) sicherlich Mittelpunkt der Insel: wirtschaftlich und kulturell. Wenn man sich der Stadt nähert, ist sie nichts Besonderes: Mehrspurige Straßen die durch (nicht wirklich schöne) Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete führen. Hier haben wir dann auch getankt und uns um das Gas-Thema (dazu im Sommer oder auf individuelle Rückfrage mehr) gekümmert. Nett wird es dann in der Altstadt und am (alten) Hafen. Hier konnten wir sogar ZENTRAL und KOSTENLOS Parken. Das individuelle Programm von uns, erstreckte sich dann auf das Kunstmuseum, das maritime Museum (vorwiegend Fischerei-Geschichte), die Hallgrímskirkja-Kirche oder bummeln. Mit Kaffee und Kuchen, also Crepes und Chai Latte am Nachmittag und einem netten Abendessen schlossen wir den Tag. Bei der Auswahl des Übernachtungsplatzes waren wir diesmal pragmatisch oder auch faul: Wir haben auf dem städtischen (im März/April geschlossenen) Campingplatz übernachtet.  Das war unter´m Strich jedoch praktisch, da wir die Infrastruktur des angrenzenden Hostels nutzen konnten. In dieser Kombination ein sinnvoller Tipp für die Osterurlauber auf Island.

Nach Ausschlafen und ausgiebigem Frühstück sind wir zu unserem vorletzten (und letzten ganzen) Tag auf Island in den Südwesten, die Snæfellsnes Halbinsel, aufgebrochen. Da haben wir dann endlich auch mal die Trocknung für Stockfisch entdeckt. Und eine interessante Strecke und rund zweistündige Fahrt führte uns über die F428. Dann die Küstenstrasse nach Westen. Die Jungs (ja, diesmal ohne den Papa) wollten noch unbedingt die Blaue Lagune besuchen, also wohl nicht nur für die bereits erwähnten weißen Busse eine interessantes Ziel. Aber selbst Anfang April geht das nur mit Vorbuchung und zu, aus meiner Sicht anspruchsvollen Eintrittspreisen (Erwachsene 50 Euro, Kinder 30 Euro). So sind wir dann die Küste weiter gefahren und haben noch einen Hotpot gesucht: Brimketill Der war leider durch die starken Wellen an der Küste nicht zu nutzen. Auch dieser Hotpot gehört auf jeden Fall in den Sommer-Ideenspeicher.

So, zum Ende der Reise wurde es ja nochmal ein wenig spannend: Wir hatten ja für den Camper über einen guten Bekannten und dessen isländischen Kontakt eine Stelle rd. 6 km nordwestlich des Flughafens ausfindig gemacht, an dem wir unser Fahrzeug für die nächsten Monate abstellen konnten. Einem kurzen, aber netten Kontakt dazu mit Tobbi hatten wir bisher nur über Facebook, aber so ist das wohl in den modernen Zeiten. Aber Isländer scheinen mir äußerst pragmatisch zu sein: „lots of space“ and „here my mobile phone number“. Skip.  Hat alles super geklappt! Das Fahrzeug steht jetzt in Sandgerði und wartet auf den Sommer. Danke Tobbi. Danke Maik.

Letzter Tag: Der Wecker geht um 4:00. Das von Tobbi georderte Taxi kommt pünktlich um 5:00. Um 5:50 sind wir schon durch CheckIn, Gepäckabgabe und Sicherheitsschleuse. Unser Flug nach Frankfurt mit Iceland-Air klappt prima: freundlich, sauber, auch hier „lots of space“, WiFi und Handy-Ladesteckdose an jedem Sitz. Auch die eineinhalbstündige Fahrt nach Hause mit dem ICE pünktlich.

So, ich hoffe, ich habe nicht jeden Leser zugetextet und Einige kommen doch zumindest bis an diese Stelle hier. Bilder gibt´s auf unserem wolffontour-instagram, in einer etwas anderen Auswahl in dem bei mir unvermeidlichen EyeEm-Fototagebuch und ein kleines Video der Reise aus der Fahrerperspektive unter wolffontour-vimeo.

Wenn Fragen zu Stellplätzen, Einkaufsmöglichkeiten, Wasserstellen im März, etc.: einfach melden.

Bis zum Sommer und dem Blogbeitrag Island#2.

 

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