Nach Norden: Botswana und Namibia 2014.

Nachdem wir 2013 mit zwei von drei Kindern Namibia besucht haben, stand in diesem Jahr der Norden von Namibia und Botswana zu Zweit auf dem Programm. Dazu eins vorweg: die Reiseplanung für die 14-tägigen Osterferien einschließlich Hin- und Rückreise über Johannesburg  ist sportlich. Aber, wir erlebten einer der bisher tierreichsten Reisen und kamen dem Outdoor-Urlaub ein ganzes Stück näher.

Nach einer gut 26-stündigen Anreise und der späten Ankunft in Windhoek sind wir nach wirklich kurzer Fahrzeugübernahme und Einweisung in die einbrechende Dunkelheit mit starken Gewittern rund 130 km nach Osten aufgebrochen. Soll man eigentlich nicht machen. In der ersten Lodge wurden wir schon als letzte Gäste erwartet, aber der Wagen war nur äusserst verdreckt und wir mussten nicht wie die Fahrzeuge vor uns auf den letzten tiefverschlammten Kilometern geborgen werden. Nach einem ganzen Tag zum Ankommen und Ausspannen führte uns der Weg dann weiter Richtung Osten mit Grenzübertritt nach Botswana bei Buitepos und den üblichen Formularen für Aus- und Einreise. Mit einem Zwischenstop auf einer Campsite bei Ghanzi ging es weiter in den Süden des Okawankodelta, dem größten Binnendelta der Welt. Die Zuflüsse aus dem Norden versickern hier quasi in die Kalahari. Von Maun aus besuchten wir den Moremi Nationalpark und natürlich gehörte zum Pflichtprogramm auch der Flug über das beeindruckende Deltagebiet. Nur Insider erkennen die auf dem Foto abgestellte Tüte auf dem obligatorischen Foto danach.

Vom südlichen Ende des Deltas sind wir dann an der Westseite nach Norden gefahren. Im Nachhinein können wir nicht mehr genau sagen, ob mehr Schlaglöcher, die sich wirklich nicht verstecken brauchten, oder mehr Esel die Straße bevölkerten. Bei Kasane erfolgte dann ein weiterer problemloser Grenzübertritt von Botswana nach Namibia in den Caprivi. Dazu noch ein Tipp für die Zeitumstellung, den wir in keinem Reiseführer oder Blog gefunden haben: Obwohl man in Namibia ist und wir offiziell wieder eine Stunde Zeitverschiebung hatten, lebt man das im Caprivi nicht wirklich. So kamen wir auch verlässlich immer eine Stunde zu spät, aber aus Höflichkeit erwähnt man das nicht und wir merken das erst zwei Tage später. Wir haben gelernt, wenn Du von Rundu nach Süden blickst, gilt wieder die offizielle Namibia-Zeit.

Dem Okavango folgten wir weiter nach Westen entlang der Grenze zu Angola bis zu einer wirklich persönlichen Campsite westlich von Rundu: Andrew ist Apotheker in Rundu und betreibt mitten im Okavangogebiet eine kleine Campsite: Samsitu. Buchung und Kontakt per Internet kein Problem, ebenso der Austausch der Handynummer. Wegen Hochwasser war die Campsite allerdings nicht per Wagen und damit verbunden mit unserem Dachzelt zu erreichen. Kein Problem: Andrew lotste uns zu einer Uferstelle. Dort konnten wir den Wagen abstellen und wir wurden mit dem Boot abgeholt. Mangels Dachzelt fand die Übernachtung im ehemaligen Schlafzimmer des Kindermädchens statt. Auch eine eingefangene Magenverstimmung wurde natürlich durch den Apotheker bestens behandelt. Am nächsten Tag wurde dann unserer Rückfahrt zum Wagen noch mit einem 1,5 stündigen Bootsausflug auf dem Okavango verbunden und gekrönt. Genial.

Von Rundu aus ging es dann Richtung Südwesten an die Ostseite des Etosha-Nationalparks. Den hatten wir im letzten Jahr schon mit den Kindern zumindest kurz besucht. Unsere zwei Tage prägten doch sehr viele Tierbegegnungen. Auch die gewählte Lodge hob sich dann doch deutlich vom Dachzelt ab. Insgesamt ist der Park selber aber doch sehr touristisch geprägt, insofern reichen zwei Übernachtung dort dann alle mal.

Von Etosha ging es dann wieder langsam Richtung Süden und mit zwei Stopps dann wieder zum Rückflug ab Windhoek.

Lessons Learned: Direktflug von Frankfurt nach Windhoek ausprobieren (konnte mich dazu persönlich vom neuen A330 der Air Namibia überzeugen) um Vor-Ort-Tage zu gewinnen; Für´s Ankommen reicht auch eine Übernachtung; den Campsite Anteil ausbauen und Mittelklasse Lodges weglassen; Grenzübertritte waren gar nicht so schwierig (immer darauf achten, wo der Mietwagen zugelassen ist und ggf. bei Vermieter Bescheinigung besorgen); Einkaufen in den kleinen Supermärkten an der Strecke hat was; zum Entspannen lieber Wellness und zwei Übernachtungen zum Ende hin vor die Rückreise legen.

Und hier noch ein Blick in eine Zusammenfassung der Reiseeindrücke in unserem eyeem-Fototagebuch.

Mal sehen, was wir aus dieser Reiseerfahrung im nächsten Jahr machen.

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